Waldkindergarten Kaiserslautern e.V.

Es macht Spaß, Natur gemeinsam mit Kindern zu erleben.
Denn ausgestattet mit einer großen Portion Phantasie, Neugierde und Wissensdurst entdecken Kinder noch in jeder Kaulquappe und in jeder unscheinbaren Raupe das Naturereignis, das es zu bestaunen gilt.

Diese Freude an der Natur frühzeitig zu wecken ist eine unserer wichtigsten Aufgaben als Erwachsene.
Denn Naturkontakte fördern nicht nur die Kreativität und die gesunde Entwicklung unserer Kinder, sie sind auch die Voraussetzung für ein lebenslanges, umweltverantwortliches Handeln.

Nur wer Natur kennt, kann Umwelt schützen.

ein Tag im Wald

Konzeptionelles


Der Waldkindergarten sieht sich als Ort der Geborgenheit und der Entdeckung.
Er ergänzt und unterstützt die Erziehung des Kindes in der Familie.
Durch aktives Zuhören und aufmerksame Beobachtung wollen wir den Kindern helfen, Selbstbewusstsein zu entwickeln, damit es sich durch eigene Kraft formen kann und unabhängig Einsichten erwerben kann.
Der grobstrukturierte Tagesablauf gibt den Kindern Freiraum, bietet aber auch Orientierung, um Sicherheit zu geben und sich auf neue Herausforderungen einzulassen.

Ein Tag im Wald

Im Winter ist es noch dunkel, im Frühjahr wird man von fröhlichem Vogelgezwitscher begrüßt, wenn man morgens ab 7.30 Uhr in den Wald kommt.
Im Bauwagen brennt bereits der Ofen um uns zu wärmen und im Kerzenschein kann man sich ein Buch anschauen oder am Maltisch verweilen.
Aber am liebsten spielen die Kinder, wenn sie ankommen, draußen um die Bauwagen herum.
Um 9.00 Uhr beginnen wir unseren Sitzkreis. Dann haben sich alle Eltern verabschiedet und die Kinder und Erzieherinnen sitzen auf den Baumstümpfen im Kreis. Hier erzählen die Kinder von Erlebnissen, besonderen Ereignissen oder was ihnen gerade sonst so wichtig ist. Es werden auch Lieder gesungen, Fingerspiele oder Kreisspiele gespielt, Geburtstage gefeiert oder etwas Wichtiges besprochen, was die ganze Gruppe angeht.
Zum Abschluss vom Morgenkreis werden die Kinder gezählt, wie viele da sind und wer fehlt wird festgestellt und in der Flüsterpost wird der Waldplatz abgeschickt, der an diesem Tag angesteuert wird.


Ein kurzer Spruch beendet unseren Sitzkreis und die Kinder warten an der Wartebuche mit ihren Rucksäcken auf dem Rücken bis wir gemeinsam unser Losgehlied singen und in den Wald marschieren.
Am Platz angekommen wird die Frühstücksplane ausgebreitet, an der die hungrigen Kinder auf Isomatten sitzen und ihr gesundes Frühstück essen können. Manche Kinder wollen erst mal spielen und Entdeckungen machen. Für die ist dann um 11.00 Uhr die letzte Frühstücksmöglichkeit.
Wir haben ca. 30 Plätze im Wald, die wir je nach Wetterlage ansteuern. Bei Sonnenschein werden wir die Dicke Buche besuchen, an der die Kinder so gerne klettern. Bei Regenwetter gehen wir zur Großen Pfütze, wo wir mit Pfützenspielzeug (Pipetten, Döschen, Eimer) spielen und experimentieren können und unter den Bäumen ein trockenes Plätzchen zum Frühstücken finden.


Wenn Schnee liegt, gehen wir mit den Schlitten und Poporutschern zum Bolzplatz, weil man da so gut den kleinen Hang runterrutschen kann. An heißen Tagen suchen wir einen schattigen Platz im Wald, z.B. den Barfußpfad, da kann man gut mit nackten Füßen über den Waldboden laufen. An sehr kalten Tagen frühstücken wir im Bauwagen und gehen erst danach in den Wald.
Der Vormittag endet mit dem Aufräumlied und einem Abschlusskreis.


Um 12.00 Uhr kommen wir wieder am Bauwagen an und die Teilzeitkinder werden abgeholt.
Die Kinder, die zum Mittagessen mitgehen, holen im Bauwagen ihr Geschirrköfferchen und marschieren zum nahegelegenen Pfarrheim. Dort essen wir gemeinsam ein warmes Mittagessen und danach legen sich die Kinder zum Ruhen und Schlafen auf ihre Matratze im Ruheraum.


In der Ruhezeit liest die Erzieherin ca. ½ Stunde Geschichten vor, während die Kinder auf ihren Matratzen liegen und ausruhen oder auch einschlafen.
Um 14.00 Uhr sind die Kinder wieder am Bauwagen zurück und können dort spielen, malen, basteln. Die Kinder, die eingeschlafen sind, kommen um 15.00 Uhr zurück.
In der Nachmittagszeit finden regelmäßig Kreativangebote statt und einmal in der Woche treffen sich Kinder und z.T. auch Eltern zum Singkreis.
In der Zeit zwischen 14.00 und 16.30 Uhr werden die Kinder am Bauwagen abgeholt.

die Kinder

Der Wald bietet den Kindern eine Vielzahl von Möglichkeiten, ihre Umwelt aktiv zu begreifen, zu gestalten, zu verändern  und in Frage zu stellen.
Dadurch wird sich ein Natur- und Umweltbewusstsein entwickeln. Denn was man elementar erlebt und begreift, wird man schützen und achten.
Unser Ziel ist es nicht primär den Kindern vorgefertigtes Wissen zu vermitteln, sondern ihnen eigene Erfahrungen zu ermöglichen.
Hieraus entwickeln sich die verschiedenen Kompetenzen und die Kinder werden in ihrer natürlichen und gesunden Entwicklung gefördert.
Spiele regen den Geist an, beflügeln die Phantasie und fördern die Geschicklichkeit. Im Spiel übt das Kind aktiv im Umgang mit seinen Mitmenschen sich in einer Gemeinschaft zurechtzufinden und es
verfeinert die Selbsteinschätzung.

Das Spiel ist der Beruf des Kindes.


Kinder erzählen vom Tag im Wald

Was macht Ihr eigentlich den ganzen Tag?
Spielen – im Waldkindergarten spielen wir!

Seid ihr immer an der gleichen Stelle?
Nein – am Zufallsplatz, das ist nicht bei den Bäumen am Wald, sondern da, wo die ganz vielen kleinen Steine sind und dann heisst ein Platz Ronny Maximilian, da haben wir gefrühstückt. Und einmal haben wir bei dem Holzstapel gefrühstückt.
Sonniges Nest gibt´s auch, aber da ist kein Nest, da scheint die Sonne – und die Schutzhütte, wegen dem Regen kann man da reingehen.

Seid ihr immer zu Fuss unterwegs?
Manchmal zu Fuss und einmal sind alle Fahrrad gefahren und es war gar kein Laufrad dabei. Da sind ALLE Fahrrad gefahren.
Erst kommen die Fahrräder, dann die Laufräder und dann die Fußgänger.
Immer bis zur Wartemarke.

Wird es dir nicht langweilig ohne dein Spielzeug?
Nein, wird mir nicht langweilig.

Habt ihr Spielzeug im Wald?
Ja, ein Fernrohr und Sand und Dreck zum Spielen und auch Stöcke zum Spielen.

Was macht ihr bei Regen?
Da ziehen wir unsere Regenjacken an und spielen an den Pfützen!

Seid Ihr bei jedem Wetter im Wald?
Nein. Wenn Sturm ist, dann gehen wir schnell in den Bauwagen, dass die Bäume uns nicht auf den Kopf fallen.

Frierst du im Winter?
Ganz kalte Finger hab ich gehabt.

Was machst Du, wenn du auf die Toilette musst?
Die Simone hat sie mich gehalten, dass der Popo runterhängt und als ich dann fertig war hat sie mich mit einem Tuch abgeputzt.
Und Pipi mach ich alleine an den Baum.

die Erzieher

Unser Team besteht zurzeit aus 3 Erzieherinnen, 1 Heilerzieherin und 1 BFDler.

Die Erzieherin nimmt das Kind so an wie es ist und nicht nur die Vorstellung davon, wie es werden soll. Durch aktives Zuhören versucht sie, die kindlichen Empfindungen herauszuhören und anzunehmen. Das bedeutet ein großes Maß an Empathie, Achtsamkeit und echtes Interesse am Kind in der momentanen Situation.
Den Kindern Sicherheit geben, Vertrauen in sie setzen und helfen, selbst Lösungen für ihre eigenen Probleme zu finden, nicht es ihnen abnehmen.

„Hilf mir, es selbst zu tun“